"Mit Leidenschaft für die Musik..."

Mein Vater: ein deutsch-estnischer Komponist und Pianist.
Meine Mutter: Hausfrau und eine musikbegeisterte Sängerin.
Meine ersten musikalischen Unterweisungen erhielt ich von meinem Vater.
Mit sechs Jahren erster Violinunterricht. Zuerst bei Siegfried Schneider, 2. Konzertmeister im Orchester der Städt. Bühnen Augsburg, danach bei Konzertmeister Friedrich Schirbel.
Die wichtigsten Impulse für meine musikalische Laufbahn erhielt ich von meinem Musiklehrer Herrn Pater Anselm am humanistischen Gymnasium St. Stephan in Augsburg. Ansonsten war meine Schulzeit nicht sehr erfolgreich. Ich beendete sie als 15jähriger.
In meinen frühen Jahren - zwischen 1968 und 1974 - erhielt ich mehrere Preise und Auszeichnungen als Geiger und Kammermusiker. Später hatte ich keinen Erfolg mehr bei Wettbewerben. Ich war zu befangen - oder zu sensibel. Also ließ ich es. Ich bin dafür nicht geboren.
Mit 17 Jahren Beginn des Studiums an der Musikhochschule in Köln bei Prof. Berta Vollmer und Prof. Max Rostal. Ich blieb drei Jahre. Mit ein paar (unwichtigen) Prüfungen in der Tasche ging ich wieder nach Hause in meine Heimatstadt und übte. Ein Jahr lang täglich acht Stunden nach einem von mir entwickelten Plan - ohne Lehrer. Meine eigene Prüfung: Konzerte mit Solowerken von Bach, Ysaye und Paganini.
Mit
14 Jahren erstes "Engagement" als
Zigeunerprimas in der Operette "Gräfin Mariza" im Augsburger
Stadttheater.
Mit 15 Jahren Vertrag als Konzertmeister im Kurorchester Lindau
- keine leichte Zeit...
Mit 16 Jahren Aushilfstätigkeit im Städt.
Orchester Augsburg.
Während des Studiums Aushilfstätigkeit im Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks (in den Semesterferien) und Mitglied des Kölner Kammerorchesters unter Helmut Müller-Brühl (1972-1975).

Eine wichtige Zeit. Viel gelernt bei Jörg Faerber. Schöne Erinnerungen. Schöne Reisen. Und wunderbare Solisten. Nathan Milstein. Rostropowitsch. Anne-Sophie Mutter. Und viele mehr...

Wäre am liebsten da geblieben...
Viele nachhaltige wunderbare musikalische Erlebnisse und Anregungen verdanke ich Helmuth Rilling. Er ist und bleibt für mich einer der wertvollsten Musiker, die ich kenne. Ich bin dankbar, dass ich zwei Jahrzehnte lang mit ihm arbeiten und musizieren durfte.

Sechs intensive und schöne Sommer mit Wagner. Mein größtes Glück: die Arbeit am "Ring" im Sommer 1983 mit Solti.
Seit meinem 15. Lebensjahr unterrichte ich Privatschüler.
1975 und 1976 Lehrtätigkeit an der Pädagogischen Hochschule in Augsburg.
Ein Lehrauftrag für Violine, Orchesterstudien und Kammermusik gab mit die Möglichkeit, mein Wissen als Rostal-Schüler, Geiger und Orchestermusiker an viele Studenten weiterzugeben. Die Arbeit mit ausgezeichneten jungen Musikern erweiterte und vertiefte gleichzeitig meine eigene Anschauung über Musik, Violintechnik und Musizierpraxis.
1981 Konzertmeister in Palermo an der Oper - eine schöne Zeit.
1982-1992 Konzertmeister des Sindelfinger Kammerorchesters,
von 1990 an auch künstlerischer Leiter.
Seit 1997 Konzertmeister der Nürtinger Kammersymphonie.
und ... 1970 Konzertmeister im Kurorchester Lindau.
Die meisten Soli habe ich wohl in jungen Jahren in Lindau im Kurorchester als Konzertmeister gespielt. Jede Menge Opern-Potpouris und von "Schiwago-Melodie" bis ... ich weiß es nicht mehr.
Viele Violinkonzerte habe ich öffentlich gespielt - nicht die ganz großen - aber die Konzerte von Bach über Mozart bis Max Bruch. Am häufigsten wohl Vivaldis Jahreszeiten. Konzertmeistersoli von Bach bis Beethovens Missa solemnis.

Mein erstes „festes“ Streichquartett hatte ich
mit 14 Jahren. Regelmäßige Unterrichtsstunden bei Rudolf Koeckert
(senior), dem Primarius des berühmten Koeckert-Quartetts
ermöglichten unserem jungen Ensemble zahlreiche Auftrittsmöglichkeiten.

Zusammen mit dem Augsburger Pianisten und späteren ARD-Preisträger Gottfried Hefele spielte ich 1969 in Augsburg ersten Violinabend.
Während meiner Kölner Studienzeit gründeten wir zusammen mit der Pianistin Gudrun Wild ein Klavier-Violin-Duo. Zahlreiche Konzerte.
Ab 1980 folgten viele Kammermusikabende zusammen mit Kolleginnen und Kollegen des Staatsorchesters Stuttgart im gesammten Umkreis der Landeshauptstadt.
Gesprächskonzerte kannte und schätzte ich von Helmuth Rilling und der Bachakademie Stuttgart. Meine Idee war es, diese Form in ähnlicher Weise auf Kammermusikabende zu übertragen.
Befreundete Musiker - vorwiegend aus dem Staatsorchester Stuttgart und dem Radio-Sinfonie-Orchester Stuttgart - kommen seither regelmäßig in Asperg zusammen um hier zu musizieren.
Gesprächskonzerte, Meisterkonzerte, Klassik-Events, Kinderkonzerte, Sonderkonzerte, Podium internationaler Künstler...
>>>Zur Internetpräsenz der Reihe "Asperg Klassisch"
Roland Heuer - Violinist und Kammermusiker. © 2005
Roland Heuer
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